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23. Juni 2026 | Text: Markus Selinger | Antivirus für Windows
Die besten Schutzpakete für Windows 11
Cyberangreifer entwickeln rund um die Uhr neue Schadsoftware. Mit Hilfe von KI geschieht das inzwischen noch schneller. Doch auch die Hersteller von Sicherheitslösungen schlafen nicht: Sie schärfen ihre Abwehrsysteme – ebenfalls mit Hilfe von KI. Im aktuellen Test unter Windows 11 zeigen 14 Schutzpakete, wie zuverlässig sie Malware erkennen und abwehren. Es gibt zwar sehr viel verlässliche Security-Software, aber auch einige Pakete, die Schwächen zeigen.
Der beste Schutz für Windows 11 -PCs
– Im Testlabor zeigen 14 Security-Pakete, wie gut sie Trojaner, Viren & Co erkennen und abwehren
Immer wieder wiegen sich Anwender in falscher Sicherheit, da sie der Meinung sind, ihr privater PC sei kein lohnendes Ziel für Cyberangreifer. Wer aber in den letzten 6 Monaten die Medien verfolgt hat, dürfte geschockt sein: Internationale Behörden wie Europol oder FBI haben ein Botnetzwerk nach dem anderen lahmgelegt. Das jüngste Netzwerk mit 17 Millionen infizierten Geräten wurde von der niederländischen NCSC und der Polizei neutralisiert. Davor gab es weitere Meldungen über Botnetzwerke mit Hunderttausenden Geräten. Der Großteil dieser Sklaven in den Botnetzwerken sind gewöhnliche Anwender-PCs mit Windows. Daher ist eine gute Schutz-Software für Windows 11 wichtig. Nur so sind Sie sicher, dass Ihr Windows-PC in keinem Botnetzwerk dienen muss.
Im Labor von AV-TEST haben die Experten im März-April-Test 2026 bekannte Schutzpakete auf ihre Schutzwirkung, Systembelastung und Benutzbarkeit überprüft. Die 14 Kandidaten machen im Test schnell Bekanntschaft mit über 12.000 Malware-Exemplaren, werden auf ihre Systembelastung untersucht und müssen zeigen, wie gut sie Fehlalarme meistern.
Jedes Paket kann sich in den drei Testbereichen jeweils 6 Punkte als beste Bewertung verdienen. Erzielt ein Produkt 18 oder 17,5 Punkte, erhält es neben einer Sicherheitszertifizierung zusätzlich die Auszeichnung TOP PRODUCT.
Dem aktuellen Test stellen sich die 14 Schutzpakete für private Anwender von folgenden Herstellern: Avast, AVG, Avira, Bitdefender, EnigmaSoft, ESET, F-Secure, K7 Computing, Kaspersky, Malwarebytes, McAfee, Microsoft, Norton und TotalAV.
12.000 Exemplare Zero-Day-Malware und Co. beim Angriff
Der Test ist so strukturiert aufgebaut, dass ihn jeder leicht nachvollziehen kann. Bei der Überprüfung der Schutzwirkung gibt es zwei Untersuchungen. In der ersten, dem Real-World-Test, müssen die Produkte über 500-mal brandneue Malware erkennen und abwehren. Im zweiten Prüfschritt mit dem Referenz-Set gilt es, über 24.000-mal seit kurzer Zeit bekannte Malware zu erkennen, zu blockieren und zu löschen.
Die genannten Tests führt das Labor in den 2 Monaten, in denen der Test läuft, monatlich durch. Daher weist die Erkennungstabelle pro Produkt 2-mal zwei Erkennungswerte in Prozent aus.
8 Produkte erkennen im Test alle Angreifer fehlerfrei. In der Tabelle zeigt sich das mit Werten von je 100 Prozent: Avast, AVG, Bitdefender, ESET, F-Secure, McAfee, Norton und TotalAV.
Die Pakete von Kaspersky und Microsoft machen lediglich in einem Monat beim Referenz-Set einen kleinen Fehler und kommen so auf 99,9 Prozent. Ansonsten ist die Erkennung fehlerfrei. Dem Produkt von Avira unterläuft der Fehler in einem Monat im Real-World-Test, so dass es auf 99,7 Prozent kommt. In allen anderen Fällen erkennt es die Schadsoftware ebenfalls fehlerfrei.
Für diese Leistung verdienen alle 11 genannten Schutzpakete die vollen 6 Punkte in der Schutzwirkung.
Die Lösungen von K7 Computing, Malwarebytes und EnigmaSoft machen zu viele Fehler bei der Erkennung und erreichen bei Einzelwerten teils nur 91,7 und 96,2 Prozent. Daher erhalten alle einen Punktabzug: Malwarebytes kommt auf 5,5 Punkte, K7 Computing auf 5 Punkte und Schlusslicht EnigmaSoft nur noch auf 4,5 Punkte.
Wenn die Systemlast zu hoch wird
Ein für Anwender wichtiger Punkt im Test: macht eine Schutz-Software den Windows-PC langsamer? Für eine klare Antwort auf diese Frage sorgt der Test auf die Systembelastung. Dafür nutzen die Tester zuerst ein Windows-System ohne eine Schutzlösung. Einmal auf einem High-End-PC und einmal auf einem schlichten Home-PC. Dabei surfen die Prüfer 500 Webseiten an, führen Downloads aus und installieren Anwendungen, die sie abschließend starten. Zudem kopieren sie noch viele Daten auf den PC und in ein Netzwerk. Die für diese Aktionen benötigten Zeiten gelten dann später als Referenz für den Vergleich. Danach wird jede Schutz-Software auf den PCs installiert, ausgeführt, alle Aktionen wiederholt und die Belastung gemessen.
Das Ergebnis sieht zumindest für 10 der 14 untersuchten Pakete perfekt aus. Die zusätzliche Systemlast der Security-Suiten von Avast, AVG, Bitdefender, Kaspersky, McAfee, Microsoft, Norton, TotalAV, Malwarebytes und EnigmaSoft ist zwar messbar, aber nicht auffällig. Sie alle sichern sich die maximalen 6 Punkte.
Bei den Paketen von Avira, ESET, F-Secure und K7 Computing gibt es kleine Spitzen bei der Auslastung, aber kein systemweites Verlangsamen von Windows. Die 4 Pakete erhalten deswegen einen kleinen Abzug: 5,5 von 6 Punkten.

Kaspersky Premium
Das Schutzpaket von Kaspersky gleitet fehlerfrei durch den Test und holt sich in allen Kategorien die vollen 6 Punkte, 18 insgesamt und die Auszeichnung TOP PRODUCT

Microsoft Defender Antivirus (Consumer)
Das interne Windows-Schutztool zeigt eine starke Leistung im Test und verdient sich mit 18 Punkten sogar die Auszeichnung TOP PRODUCT

Norton 360
Die Auszeichnung TOP PRODUCT ist verdient, denn das Norton-Paket schließt den Test mit den maximalen 18 Punkten ab

TotalAV Antivirus Pro
Drei mal 6 Punkte im Test ergibt die maximale Punktzahl von 18 und die Auszeichnung TOP PRODUCT
Wenn die Schutz-Software nur noch nervt
Es passiert leider immer wieder: Eine Schutz-Software stuft plötzlich eine neue Freeware oder ein seit Jahren benutztes Tool als mit Malware verseucht ein. Das kann nach einem Update aus einer nicht verlässlichen Quelle schon einmal der Fall sein. Aber was ist, wenn sich der ganze Alarm und die Verunsicherung als Fehlalarm herausstellen? Dann schwindet oft das Vertrauen in das Windows-System und in die Schutz-Software.
Daher kopieren die Tester im Labor unter Überwachung der Security-Suite auf jeden Windows-Test-PC über 1,5 Millionen harmlose Anwendungen. Zusätzlich installieren und starten sie noch weit über 100 Programme Das beste Ergebnis für den Systemschutz wäre dabei keinerlei Alarm, da alle Aktionen keine Gefahr bergen.
13 der 14 geprüften Pakete sehen das genauso und geben so gut wie keine Fehlalarme. Hier und da werden lediglich eine oder zwei Anwendungen aus den 1,5 Millionen aussortiert. Eine sehr gute Quote. Dafür erhalten die Windows-Beschützer die vollen 6 Punkte.
In diesem Test ist nur EnigmaSoft zu misstrauisch und irrt sich daher auch häufiger. Mit 15 Fehlalarmen sowie zwei blockierten Anwendungen überreagiert das Programm. Nach dem Punkteabzug bleiben noch 3,5 von 6 Punkten.
Viele gute Schutz-Suiten für Windows 11
Ein Blick in die finale Testtabelle zeigt, dass die Hersteller von Schutz-Software gute und sichere Produkte anbieten. 8 Pakete verdienen sich die vollen 18 Punkte und weitere 4 sehr gute 17,5 Punkte. Neben dem Zertifikat für geprüfte Sicherheit erhalten die 12 Security-Suiten auch die zusätzliche Auszeichnung TOP PRODUCT.
K7 Computing und EnigmaSoft schließen den Test mit 16,5 bzw. 14 Punkten ab.
Wenn Sie die laufende Testreihe von Windows-Software im Blick haben, sollten Sie auch die regelmäßig erscheinenden ATP - Advanced Threat Protection-Tests unter Windows beachten. Dort untersuchen die Tester bei allen Produkten in 10 Live-Szenarien, wie gut sie Ransomware oder Infostealer nicht nur erkennen, sondern auch abwehren.




