Die besten Schutz-Apps für Android im Frühjahr 2021
Smartphone-Prozessoren sind inzwischen so leistungsfähig, dass sie für Cyberkrimelle ein interessantes Ziel sind. Gekaperte Handys arbeiten oft in Bot-Netzwerken oder schürfen Kryptowährungen. Eine gute Security-App schützt vor solchen Attacken. AV-TEST hat 15 Schutz-Apps für Privatanwender getestet.
Viele moderne Smartphones nutzen starke Prozessoren mit 6 oder 8 Kernen und diese arbeiten teilweise mit einer Taktrate von knapp 3 GHz. Diese modernen Leistungspakete sind für Cyberkriminelle interessant, da sie durch ihre Performance sogar Kryptowährungen „minen“, also berechnen können. Daher sind aktuelle Smartphones auch sehr begehrte Ziele für Bot-Netzwerke. Dort spielen Cyberkriminelle die Leistung im Verbund aus, lassen ganze Handy-Cluster Angriffe erledigen oder Bitcoins oder andere Kryptowährungen berechnen.
Keine Angst vor Bot-Netzwerken
Ist ein Smartphone allerdings mit einer guten Security-App geschützt, brauchen Nutzer kaum Angst zu haben, dass man ihr Gerät in einem Bot-Netzwerk versklavt. Nur auf den unter Android automatisch verfügbaren Schutz durch Google Play Protect sollte man sich aber nicht verlassen. Das zeigt der Test deutlich, denn dort wurde die Schutzleistung von Play Protect zum Vergleich mitgeprüft. Das Labor von AV-TEST hat 15 Schutz-Apps für Android auf ihre Schutzwirkung, Systembelastung und die Benutzbarkeit – wie etwa Fehlalarme – untersucht. Mit im Test sind die Android-Schutz-Apps von AhnLab, Avast, AVG, Avira, Bitdefender, F-Secure, G DATA, Google, Ikarus, Kaspersky, McAfee, NortonLifeLock, Protected.net (Total AV), securiON und Trend Micro.
Das Ergebnis des Tests belegt viel Sicherheit für Nutzer von Android-Smartphones: 10 der 15 geprüften Apps erhalten im Test die maximal erreichbaren 18 Punkte. 3 weitere noch sehr gute 17,5 Punkte. Eine App 16,5 Punkte. Lediglich der auf Android arbeitende Standard-Schutz Google Play Protect kann bei weitem nicht überzeugen: 6 Punkte von 18 möglichen Punkten.
Starker Schutz gegen tausende Angreifer
Das Labor prüft jede Sicherheits-App für Android auf ihre Schutzwirkung. Sie muss dabei eine wahre Flut an verseuchten Apps erkennen, blockieren und in Quarantäne schicken. Dazu nutzt das Labor im Real-Time-Test ganz frisch gefundene Malware-Apps – fast 3.000 Exemplare. Zusätzlich befeuern die Experten die Android-Geräte mit weiteren 3.300 gefährlichen Apps, die allerdings bereits bis zu 2 Wochen im Netz ihr Unwesen trieben.
Die Apps von Avast, AVG, Bitdefender, G DATA, NortonLifeLock und Trend Micro erfüllen die Erkennungsaufgabe in beiden Prüfschritten mit jeweils 100 Prozent. Mit kleinen Fehlern in einem oder beiden Tests folgen die Apps von AhnLab, F-Secure, Kaspersky und McAfee. Alle genannten Apps erhalten im Testbereich Schutzwirkung die vollen 6 Punkte.
Die Apps von Avira, Ikarus, Protected.net und securiON liegen bei der Erkennung in beiden Tests zwischen 99,9 und 99,1 Prozent. Sie erhalten alle noch gute 5,5 Punkte. Lediglich Google Play Protect kann bei der Erkennung mit keiner anderen App mithalten: nur 85,2 bei bekannter bzw. 61,6 Prozent bei frischer Malware. Dafür gibt es 0 Punkte.
CPU- und Akkuschoner
Jede Schutz-App für Android-Geräte, die im Hintergrund arbeitet, braucht etwas Prozessorkraft, Akkupower und Daten aus dem Internet. Aber wie viel ist das je Security-App? Auch diese Kriterien untersucht das Labor im Test und kann dabei nur gute Noten vergeben. Der Einsatz der untersuchten Schutz-Tools führt auf den Testgeräten weder zu hoher CPU-Last, noch wird viel Strom aus dem Akku benötigt und es braucht nur wenige zusätzliche Daten aus dem Internet im Hintergrund. Für diesen schonenden Umgang mit dem System erhalten alle geprüften Schutz-Apps die vollen 6 Punkte.
Alarm im System
Obwohl viele Anwender ihre Apps nur aus vertrauenswürdigen App-Stores laden, gibt es immer wieder Alarme, dass eine App mit Malware verseucht ist. Also nicht installieren! Es ist aber richtig ärgerlich, wenn das Ganze nur auf einem Fehlalarm beruht. Daher prüft das Labor, ob die Security-Apps auch wirklich die guten von den bösen Apps unterscheiden können. Dazu schickt das Labor über 2.500 harmlose Apps aus dem Google Play Store auf die gesicherten Geräte. Zusätzlich verwendet das Labor weitere 1.200 Apps aus anderen App-Stores für die Freund-Feind-Erkennung. Das perfekte Ergebnis: kein Alarm, da alle Apps harmlos sind. 13 der 15 Apps schaffen hier das Optimum und bekommen dafür volle 6 Punkte. Die Ikarus-App irrt sich lediglich bei einer einzigen App. Ein interessantes Ergebnis: Google Play Protect stuft harmlose 7 Apps aus dem eigenen Store und 24 Apps aus anderen Stores falsch ein.
Eine Security-App ist ein Muss
Sicherheits-App-Verweigerer führen gerne an, dass die Apps nur Akkulaufzeit fressen und eh keine gefährlichen Apps finden würden. Der aktuelle Test zeigt, wie falsch diese Aussagen sind! Zuerst: keine der geprüften Apps belastet das Android-System und verbraucht viel Akkuleistung. 10 der 15 untersuchten Apps haben eine sehr gute Schutzleistung und bekommen dafür volle 6 Punkte. Und da diese Kandidaten weder Fehlalarme geben, noch das System belasten, erhalten sie vom Labor 3-mal die vollen 6 Punkte, also 18 Punkte. Es sind die Apps von AhnLab, Avast, AVG, Bitdefender, F-Secure, G DATA, Kaspersky, McAfee, NortonLifeLock und Trend Micro. Einige der genannten Schutz-Apps lassen sich sogar kostenlos nutzen.
Wer etwas Geld ausgibt und sich eine App mit Jahreslizenz besorgt, profitiert oft von vielen Extras der Apps. Welche das sind, zeigt zum Beispiel der Beitrag „Die besten Extras in Security-Apps für Android – was sie bringen!“.