09. Mai 2018

Im Test: 16 Client-Server-Lösungen für Windows 10

Für den Schutz von Firmennetzwerken prüfte das Labor von AV-TEST 16 Lösungen unter Windows 10 auf ihre Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Einfluss auf die Benutzbarkeit. Viele der Produkte schließen mit sehr guten Werten ab.

16 Firmenlösungen im Test

unter Windows 10.

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Die Akzeptanz und der Einsatz von Windows 10  entwickeln sich ungebremst. In Europa und den USA steigt die Nutzung von Windows 10 in Unternehmen immer mehr Richtung 60 Prozent, Windows 7 fällt bald unter 30 Prozent. Der Rest sind Windows 8.1 und ältere Systeme. Daher hat AV-TEST im Januar und Februar 2018 16 Client-Server-Lösungen für Unternehmen unter Windows 10 geprüft. Alle Testwerte wurden pro Monat in drei Prüfbereichen ermittelt: Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Für jeden Bereich vergibt das Labor maximal 6 Punkte und somit bis zu 18 Punkte insgesamt. Erreicht ein Produkt 17,5 oder 18 Punkte, dann verdient es zusätzlich die Auszeichnung TOP-PRODUCT.

13 Lösungen erreichen 16 bis 18 Punkte

Der aktuelle Test bescheinigt vielen Produkten eine sehr gute Leistung. Besonders hervorgetan haben sich die Lösungen von Kaspersky Lab und Symantec (mit je zwei Produkten), Trend Micro und Bitdefender. Sie erreichten 18 bzw. 17,5 Punkte und wurden als TOP-PRODUCT ausgezeichnet.

Die Produkte von Avast, McAfee, Microsoft, Ensilo, Seqrite und Sophos schlossen den Test mit sehr guten 17 bzw. 16,5 Punkten ab. Das zweite Produkt von Bitdefender bekam 16 Punkte. Die Lösungen von G Data, F-Secure und Palo Alto Networks erreichten noch 15,5 und 14,5 Punkte.

Einige Produkte waren zwar in der Schutzwirkung ohne Fehl und Tadel, sie leisteten sich aber in den Bereichen Geschwindigkeit und Benutzbarkeit kleine Schwächen.

Schutzlösungen für Unternehmen:

Für 6 der 16 Client-Server-Lösungen gab es die besondere Auszeichnung TOP-PRODUCT.

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Erkennungsraten bei Unternehmenslösungen:

Gleich 9 Produkte erkannten alle der mehr als 10.000 im Test eingesetzten Schädlinge.

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Kaspersky Lab:

Beide Produkte, die Endpoint Security und die Small Office Security, erreichten die maximalen 18 Punkte – zwei Mal TOP-PRODUCT.

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Symantec Endpoint Protection Cloud:

Die Cloud-Variante der Unternehmenslösung bekam mit 18 Punkten die Auszeichnung TOP-PRODUCT.

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Trend Micro Office Scan:

 Für die fehlerfreie Erkennung, gute Geschwindigkeit und Benutzbarkeit gab es die beste Bewertung: 18 Punkte und TOP-PRODUCT.

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Schutzlösungen für Unternehmen:

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Erkennungsraten bei Unternehmenslösungen:

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Kaspersky Lab:

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Symantec Endpoint Protection Cloud:

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Trend Micro Office Scan:

 

Viele Maximalwerte bei der Erkennung

Legt man den Fokus nur auf die Erkennungswerte des Tests, dann sieht das Ergebnis sehr gut aus. Insgesamt knackten 9 von 16 geprüften Lösungen in allen vier Testteilen die 100-Prozent-MarkeDer Real-World-Test und der Test mit dem Referenz-Set wurden sowohl im Januar als auch im Februar ausgeführt. Daher weist die Tabelle auch vier Testwerte aus.

Im Real-World-Test wurden die Produkte mit über 440 neuesten Schädlingen konfrontiert, die ganz frisch von bösartigen Webseiten oder aus E-Mails stammten – sogenannte 0-Day-Malware. Beim Referenz-Set nutzt das Labor fast 10.000 bekannte Schädlinge, die maximal 2 Wochen alt sind und daher auch den Produkten bekannt sein sollten. Während 9 Security-Lösungen alle Tests fehlerfrei absolvierten, machten 3 Produkte in einem Abschnitt jeweils nur einen kleinen Fehler. Daher bekamen 12 von 16 Schutzlösungen die maximale Punktzahl von 6. Eine beachtliche Leistung.

Geschwindigkeitsmessungen am Client-PC

In Unternehmen ist die Leistung der vorhandenen Office-PCs meist limitiert. Daher sind die von einer Schutzlösung benötigten Ressourcen eine wichtige Messgröße. Das Labor prüft, wie viel Leistung ein System mit einem aktiven Schutzprodukt verliert, wenn es Daten kopiert, Anwendungen startet, Webseiten öffnet und mehr. Die Tests laufen jeweils auf einem Standard-PC und einem High-End-PC. Einmal mit und einmal ohne Schutzsystem.

Die Ergebnisse der Testreihen sind sehr gut. 6 Produkte belasteten die Systeme so gut wie gar nicht und erhielten dafür 6 Punkte: Bitdefender Endpoint Security, Kaspersky Lab (beide Produkte), Seqrite, Symantec Endpoint Protection Cloud und Trend Micro. Immer noch sehr gute 5,5 Punkte erreichten die Lösungen von Avast, Bitdefender Endpoint Security Elite, F-Secure, Microsoft und Symantec Endpoint Protection. Etwas mehr, aber keine hohe Last am Client, verursachten die Produkte von Ensilo, G Data, McAfee, Palo Alto Networks und Sophos. Für ihre Leistung gibt es immer noch gute 5 Punkte.

Test auf Fehlalarme

Jeder auf einem Client ausgelöste Fehlalarm einer Sicherheitslösung ist einer zu viel. Schließlich verunsichern solche Vorfälle den Benutzer und sorgen für erhöhten Aufwand bei einem Administrator eines Unternehmens. Das Labor fasst alle Fehlerkennungen und Alarme unter dem Begriff Benutzbarkeit zusammen. Im Test wurden mit aktivierter Schutz-Software 500 Webseiten besucht, 1,5 Millionen normale Dateien gescannt und dutzende Programme installiert und gestartet. Da bei all diesen Tests keine Gefahr drohte, sollten die Schutzlösungen auch entsprechend keinen Alarm geben. Bei den Tests mit den Webseiten war das auch bei jedem Produkt der Fall. Erste Schwierigkeiten gab es bei den Programminstallationen und Starts: Bitdefender (Elite Version) blockierte 4 Anwendungen, F-Secure sogar 8. Die Programme von Seqrite, Sophos und  Symantec (beide Versionen) lagen jeweils nur einmal falsch.

Bei den Scans der 1,5 Millionen gefahrlosen Dateien gab es nur bei einigen Paketen kleine Fehlerkennungen. Bei 6 Unternehmenslösungen lag die Fehlerquote bei null oder lediglich einem falschen Alarm: Kaspersky Lab (beide Produkte), McAfee, Symantec (beide Produkte), Trend Micro und Sophos. Dafür gab es glatte 6 Punkte.
Die Produkte von Avast, Bitdefender (beide Versionen), Ensilo und Microsoft sortieren zwischen 6 und 8 Dateien aus. Seqrite, G Data, Palo Alto Networks erkannten 10 bis 15 Dateien falsch; F-Secure 23 Dateien.

Hohe Leistungswerte bei Unternehmenslösungen

Das Labor vergab in diesem Test das Prädikat TOP-PRODUCT gleich 6-mal. Mit 18 Punkten erhalten dieses die beiden Kaspersky-Versionen, Symantec Endpoint Protection Cloud und Trend Micro. Ebenfalls ausgezeichnet wurden mit 17,5 Punkten die Lösungen Bitdefender Endpoint Security und Symantec Endpoint Protection.

Ebenfalls gute Leistungen zeigten die geprüften Produkte mit 17 bis 16 Punkten: Avast, McAfee, Microsoft, Ensilo, Seqrite, Sophos und Bitdefender Endpoint Security Elite. Dabei muss man erwähnen, dass die Lösungen von Avast, McAfee, Microsoft sowie Bitdefender Endpoint Security Elite in der Schutzwirkung jeweils 6 Punkte bekamen.

Im unteren Feld finden sich G Data, F-Secure und Palo Alto Networks. Insbesondere F-Secure könnte sich leicht weiter oben platzieren, denn die geprüfte Schutzwirkung war fehlerfrei; nur die Fehlalarme sind zu hoch.

Windows 10 ist in Unternehmen angekommen

Guido Habicht, CEO AV-TEST GmbH
Guido Habicht, CEO AV-TEST GmbH

Lange hielt sich Windows 7 hartnäckig in Unternehmen. Aber nun stehen die Zeichen auf Wechsel. Der Windows-10-Anteil klettert in Europa und den USA in Richtung 60 Prozent. Windows 7 wird demnächst unter die 30-Prozent-Marke sinken.

Es hat seine Zeit gedauert, aber nun ist Windows 10 in den Unternehmen in Europa und den USA angekommen. Lediglich im weltweiten Vergleich ist der Anteil von Windows 7 und auch 8.1 im Vergleich zur Version 10 etwas stärker. Dass Windows 10 nun seine Anteile so stark steigern konnte, mag an den niedrigen Lizenzkosten liegen. Vielleicht schob auch die Ransomware-Krise mit WannaCry an, die auf Windows 10 nicht funktionierte, so dass es dort keine Infektionen gab. Vielleicht bringt auch der Fakt, dass die Support-Unterstützung für Windows 7 im Jahr 2020 endet, die Unternehmen zum Umdenken. Wahrscheinlich ist es die Summe der Dinge, die Windows 10 immer weiter in die Unternehmen treibt. Fest steht, dass die veränderte Betriebssystemstruktur und neue Sicherheitsmechanismen Windows 10 besser schützen. Auch die Updatefrequenz ist bei Version 10 wesentlich höher als etwa bei alten Versionen. Die Zahl der Malware und Exploits steigt aber auch für Windows 10 immer weiter.

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