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Aktuelle Nachrichten

29. September 2026 | Text: Markus Selinger | Antivirus für Windows

ATP-Dauertest 2026: 24 Security-Produkte für Windows

Tag und Nacht greifen Cyberkriminelle weltweit die Windows-PCs von privaten Nutzern oder Unternehmen an. Dabei entwenden Infostealer die Daten oder Ransomware verschlüsseln sie. Erst nach der Zahlung eines Lösegelds gibt es vielleicht ein Entschlüsselungs-Tool. Eine gute Security-Software für Windows sollte Anwender und Unternehmen vor diesen Angriffen schützen. Aber schafft sie das wirklich in der Praxis? Der Advanced Threat Protection-Test – kurz ATP – prüft in realen Angriffen, ob die Schutzmauer der Produkte unter Windows hält. Der Langzeittest über sechs Monate zeigt, wie gut die am Markt verfügbaren Schutzlösungen selbst Angriffen mit den neuesten Techniken standhalten oder nicht.

ATP-Dauertest mit 24 Windows-Security-Lösungen: Viele der im Langzeittest geprüften Produkte zeigen im erweiterten ATP-Test eine richtig gute Schutzleistung

ATP-Dauertest mit 24 Windows-Security-Lösungen:

Viele der im Langzeittest geprüften Produkte zeigen im erweiterten ATP-Test eine richtig gute Schutzleistung

Gerade die Angriffe mit Infostealern und Ransomware stehen in der Cyber-Gefahrenliste schon immer ganz oben. Sie agieren nicht wie ein Trojaner, der den Windows-PC missbrauchen will. Vielmehr geht es bei solchen Angriffen immer um alle privaten oder geschäftlichen Daten, die gestohlen oder verschlüsselt werden. Nur allzu oft landen dann Informationen im Darknet und stehen dort zum Verkauf. Ein Umstand, den definitiv niemand erleben möchte. Daher ist der Einsatz einer zuverlässigen Schutzlösung das probateste Mittel der Wahl. 

Damit Anwender oder Unternehmen wissen, welche Schutzlösung sich am besten gegen Cyberangreifer verteidigen kann, prüfen die Experten bei AV-TEST die Lösungen im Advanced Threat Protection-Test. Dabei müssen sie zeigen, wie gut sie in realen Angriffsszenarien bestehen, bei denen die neuesten Angriffstechniken eingesetzt werden. Der ATP-Dauertest untersucht 24 Produkte im Labor von Januar bis Juni 2026. Die meisten Produkte nahmen an allen 3 Tests teil, andere nur an 2 oder einem. Dennoch lassen sich so die Produkte gut miteinander vergleichen.

ATP-Test mit aktuellen Angriffsszenarien

Mit bis zu 30 Angriffsszenarien attackieren die Tester die Windows-Systeme und nutzen dabei diverse Angriffstechniken, wie sie auch Cyberangreifer aktuell täglich nutzen. Dabei versuchen sie Windows-Tools zu missbrauchen, gefährliche Skripte einzuschleusen oder etwa Schwachstellen im Prozessablauf auszunutzen. Hier eine Liste aller im Test verwendeten Techniken, die auch zum Teil für die Angriffe kombiniert wurden.

PyInstaller Executable Bundling: Angreifer nutzen PyInstaller, um schädliche Python-Skripte samt einer minimalen Python‑Laufzeitumgebung zusammenzupacken. Die EXE-Datei ist unter Windows direkt ausführbar. Somit müssen weder Python selbst noch seine Bibliotheken installiert sein und zum Start ist auch keine Installation notwendig. In unseren Beispielen verwenden wir PyInstaller, um Python-Anwendungen zu verpacken, die später gefährlichen Shellcode oder eine manipulierte DLL-Datei laden. Damit sind die gefährlichen Anwendungen getarnt, da sie sowohl Benutzern als auch Sicherheits-Tools harmlos erscheinen.

AutoIt: ist ein beliebtes Windows-Tool, das eine BASIC-ähnliche Skriptsprache für Windows nutzt, um Abläufe zu automatisieren, etwa Klicks, Tastatureingaben, Fenstersteuerung und einfache Installations- oder Administrationsaufgaben. Man kann damit auch Skripte in EXE-Dateien kompilieren, sodass sie ohne zusätzliche AutoIt-Installation laufen.

Angreifer nutzen AutoIt, um maliziöse Skripte zu erstellen und zu verbreiten. Da das Tool bekannt und legal ist, fällt der Einsatz nicht sofort auf. In unseren Angriffen verwenden wir AutoIt-Skripte, die Shellcode-Loader implementieren, welche für die Entschlüsselung und Ausführung von schädlichem Code im Arbeitsspeicher zuständig sind. 

DLL-Sideloading: Mit der Angriffstechnik lädt eine legitime ausführbare Datei eine DLL mit einem vertrauenswürdigen Namen von einem anderen Speicherort. Die DLL-Datei wurde von den Angreifern durch eine bösartige Version ersetzt. In Windows suchen viele Anwendungen zunächst in ihrem Arbeitsverzeichnis nach bestimmten DLLs, bevor sie auf Systempfade zurückgreifen. In unseren Beispielen verwenden wir „vulkaninfo.exe“, eine legitime, digital signierte ausführbare Datei und platzieren im Verzeichnis eine manipulierte DLL. Wenn das Programm beim Start nach der entsprechenden Bibliothek sucht, lädt es die verseuchte DLL.

Scheduled Tasks: Angreifer können die Windows-Aufgabenplanung missbrauchen, um die erstmalige oder wiederkehrende Ausführung von Schadcode zu planen und auszuführen. Die Experten planen eine Aufgabe, die PowerShell startet und dann eine schädliche DLL lädt.

Der erweiterte ATP-Test beginnt immer mit der Erkennung der Malware, mit der Ankunft auf dem System oder bei deren Ausführung. Wird der Angreifer dabei nicht erkannt und startet seinen Angriff, setzen Schutzlösungen nachgelagerte Security-Module ein, mit denen sie den Angriff dennoch stoppen können. Alle diese Schritte dokumentieren die Experten im Labor und werten sie aus.

ATP-Dauertest unter Windows:

Die 12 untersuchten Endanwenderpakete zeigen im Langzeittest, wie gut sie dauerhaft Windows beschützen

ATP-Dauertest für Endpoint-Lösungen:

Viele der untersuchten Security-Lösungen für Office-PCs zeigen auch auf Dauer einen verlässlichen Schutz gegen Ransomware und Infostealer

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ATP-Dauertest: 24 Security-Produkte gegen Ransomware und Infostealer

Die Security-Lösungen für private Anwender und Unternehmen haben an 1, 2 oder 3 Tests innerhalb von 6 Monaten teilgenommen. Die Tabelle zeigt schnell, an wie vielen ATP-Tests das jeweilige Produkt teilgenommen hat. Die meisten haben drei absolviert. In jeder Testrunde mit 10 Angriffsszenarien können sich die Lösungen bis zu 35 Punkte verdienen. Bei drei Tests sind das maximal 105 Punkte, bei zwei 70 und bei einem Test 35 Punkte.

Die Tabelle zeigt zum Beispiel, dass bei mehreren Produkten zwar 30 Angriffe erkannt wurden, aber einzelne Pakete weniger Punkte haben als andere. Das liegt daran, dass die Tester für jeden voll abgewehrten Angriff eines Infostealer 4 Punkte und für die volle Abwehr einer Ransomware 3 Punkte vergeben. Wird der Angriff aber zu spät erkannt oder nur zum Teil abgewehrt, erhält das Produkt einem Abzug von ganzen oder halben Punkten. 

Die Ergebnisse dokumentieren die Tester in einer Matrix nach dem MITRE ATT&CK-Standard. Diese wird international in professionellen Überprüfungen verwendet. Damit ist sichergestellt, dass die Tests in allen Schritten exakt nachvollziehbar sind. 

ATP-Dauertest: 12 Produkte für private Anwender 

In der auf dieser Seite stehenden ATP Dauertest-Tabelle finden sich die Testergebnisse für 12 Privatanwenderpakete. Für den leichteren Vergleich haben wir die Produkte in der Auswertung gruppiert in Pakete mit 3 Tests, 2 Tests und einem Test. 

Die erste Gruppe mit 3 Tests bilden die 8 Produkte von Avast, AVG, Bitdefender, ESET, K7 Computing, Kaspersky, McAfee und Norton. Dabei erreichen 6 Pakete die maximalen 105 Punkte in allen drei Tests mit 30 fehlerfrei erkannten Angreifern in den Szenarien. Es sind die Produkte von Avast, AVG, K7 Computing, Kaspersky, McAfee und Norton.

Das Bitdefender-Paket erkennt zwar ebenfalls in den 30 Szenarien die Angreifer, kann sie aber nicht immer komplett aufhalten. Es bleiben dennoch sehr gute 100 von 105 möglichen Punkten.

Das Paket von ESET schließt die Liste mit 29 von 30 erkannten Angreifern und 93,5 von 105 Punkten im Schutz-Score ab.

Die zweite Gruppe mit 2 Tests besteht nur aus Avira Security for Windows. In den 20 Szenarien erkennt das Produkt 18 Angreifer fehlerfrei und wehrt sie ab. Die in zwei Fällen nicht erkannte Malware kostet allerdings einige Punkte und es bleiben 63 von 70 möglichen Punkten im Schutz-Score.

Die dritte Gruppe mit einem Test stellen die Pakete von Microsoft, Surfshark und Trend Micro. Die ersten beiden erkennen in den 10 untersuchten Szenarien fehlerfrei alle Angreifer und erhalten so die vollen 35 Punkte. Trend Micro kann nur 8 der 10 Angreifer erkennen und verliert auf diese Weise 7 Punkte. Am Ende stehen 28 von 35 möglichen Punkten im Schutz-Score.

ATP-Dauertest: 12 Produkte für Unternehmen

Im aktuellen Langzeittest nehmen 12 Endpoint-Lösungen teil, die Arbeits-PCs mit Windows beschützen sollen. 8 der 12 untersuchten Produkte nehmen bei 3 Tests teil. Die maximalen Schutz-Scores liegen auch hier je nach Anzahl der Test bei 105, 70 oder 35 Punkten.

Die erste Gruppe mit 3 Tests bilden die 8 Endpoint-Produkte von Acronis, Avast, Kaspersky mit zwei Versionen, Microworld, Norton, Qualys und Trellix. 

Die fünf Lösungen von Acronis, Avast, Microworld und beide Kaspersky-Versionen schließen den Dauertest mit drei perfekten Prüfungen ab. Sie erkennen in den 30 Szenarien alle 30 Angreifer fehlerfrei und erhalten so 105 von 105 Punkten für ihren Schutz-Score.

Die Endpoint-Produkte von Norton und Qualys erkennen zwar auch alle 30 Angreifer, machen aber jeweils einen kleinen Fehler, welcher sie aber nur einen Punkt kostet. Der endgültige Schutz-Score steht somit bei 104 von 105 Punkten.

Die Trellix-Lösung erkennt im Test nur 28 der 30 Angreifer und hat auch weitere kleine Probleme, die zu einem Punktabzug führen. Am Ende stehen somit noch 97 von 105 Punkten im Schutz-Score.

Die zweite Gruppe mit 2 Tests besteht nur aus der Endpoint-Lösung von Net Protector. Sie erkennt in den 20 Testszenarien zwar alle Angreifer, kann sie aber nicht immer perfekt parieren. Durch kleinere Fehler gehen so Punkte verloren und es bleiben 65,5 von 70 möglichen Punkten.

Die dritte Gruppe mit einem Test besteht aus den drei Produkten von Sophos, Symantec und WithSecure. Alle drei erkennen in den 10 Testszenarien alle Angreifer. Die Lösungen von Symantec und WithSecure erhalten somit auch die vollen 35 Punkte für ihren Schutz-Score. Dem Endpoint-Paket von Sophos unterläuft ein kleiner Fehler und es erhält durch einen Abzug nur 34 von 35 Punkten.

Fazit ATP-Dauertest: gute Abwehr von Ransomware und Infostealern

Der Advanced Threat Protection-Langzeittest zeigt, wie verlässlich die Windows-Schutzlösungen für private Anwender oder Unternehmen auch über einen längeren Zeitraum die PC-Systeme sichern. Die im Test verwendeten realen Angriffsszenarien festigen die Aussage der Zuverlässigkeit. Denn Angreifer setzen auf jegliche Schwäche der Abwehrsysteme, auch wenn diese vielleicht nur kurz vorhalten. 

Am aussagekräftigsten ist natürlich die Gruppe, die jeweils drei Tests absolviert hat. Sie zeigt, dass es einige Produkte für private Anwender gibt, die sicher im Hintergrund agieren und so perfekt die Systeme schützen. Am besten haben die 6 Windows-Pakete von Avast, AVG, K7 Computing, Kaspersky, McAfee und Norton den Dauertest bestritten. Sie alle haben das maximale Ergebnis von 105 Punkten für ihren Schutz-Score erreicht. Das Paket von Bitdefender erzielt hier noch sehr respektable 100 Punkte.

Bei den Endpoint-Versionen für Unternehmen erreichen gleich 5 Produkte das Maximum an erzielbaren Punkten für den Schutz-Score. Die Lösungen von Acronis, Avast, Microworld und die beiden Produkt-Versionen von Kaspersky verbuchen am Ende des Dauertests 105 Punkte für sich.

Die Hersteller Norton und Qualys verpassen diese Höchstleistung denkbar knapp. Sie beenden den Langzeittest über drei Tests mit 104 von 105 Punkten.

Die weiteren Produkttest-Ergebnisse mit einem oder zwei ATP-Tests lassen sich zur ersten Testgruppe gut in Relation setzen.

Die dem Dauertest zugrunde liegenden ATP-Untersuchen sind folgende:

  • ATP-Test: Datendiebe und Verschlüssler im Griff
  • Cyberattacke: Windows-Automatisierungs-Tool bringt Ransomware und Infostealer
  • Die Tricks der Angreifer: So gut wehrt Schutz-Software gefährliche Malware ab

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