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02. Juni 2026 | Text: Markus Selinger | Antivirus für MacOS
Test: Malware-Schutz unter MacOS Tahoe 26.3
Immer mehr Malware für MacOS versucht, sich in Systemen festzusetzen oder zielt auf den Diebstahl von Daten ab. Besonders sogenannte Infostealer treten in den letzten Monaten vermehrt auf, da sich gestohlene Informationen im Darknet und auf anderen illegalen Plattformen verkaufen lassen. Eine gute Schutz-Software sollte alle diese Gefahren abwehren können. Die Experten von AV-TEST haben in Ihrem 1. Quartalstest 2026 insgesamt 14 MacOS-Security-Lösungen für private Anwender und Unternehmen unter der aktuellen Version MacOS Tahoe 26.3 untersucht. Bis auf wenige Produkte zeigen die meisten im Test sehr gute Werte.
Malware-Schutz für MacOS Tahoe 26.3: 14 Schutzprodukte zeigen im Quartalstest 01/2026, wie gut sie ein MacOS-System schützen und vor Schaden bewahren
Mit den Jahren haben die Anti-Virus-Experten eine Menge spezieller MacOS-Malware in ihrer Datenbank registriert und unter der frei zugänglichen Bedrohungsplattform AV-ATLAS katalogisiert. Erst vor kurzem überschritt die Zahl dieser speziellen Angreifer die Marke einer Million. Darunter sind auch neue Infostealer, die sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht haben – etwa Atomic Stealer, MacSync Stealer, Odyssey Stealer oder Digit Stealer. Viele Angriffe werden kombiniert mit ClickFix, eine Betrugsmasche, bei der gefälschte Webseiten-Fehlermeldungen Sie dazu verleiten sollen, bösartigen Code zu kopieren und manuell im Mac-Terminal auszuführen.
Kein Anwender kann jede Gefahr kennen und angemessen darauf reagieren. Daher ist es wichtig, dass eine gute Schutz-Software im Hintergrund alles überwacht und bei Bedarf eingreift und die Angreifer liquidiert. Aber leisten das die Security-Tools? Der aktuelle Quartalstest 01/26 von 14 MacOS-Security-Lösungen für private Anwender und Unternehmen unter MacOS Tahoe 26.3 zeigt: In den meisten Fällen schützen sie zuverlässig.
Dem Test stellen sich die 10 Endanwender-Produkte von Avast, AVG, Avira, Bitdefender, ESET, F-Secure, Intego, Kaspersky, Norton und Trend Micro. Für den Einsatz im Unternehmen werden die 4 Lösungen von Crowdstrike, Sophos, Trellix und Trend Micro geprüft. Alle Produkte müssen im Test über 400 spezielle Mac-Angreifer identifizieren und abwehren. Zusätzlich sollen die Schutz-Tools auch noch zwischen harmlosen und gefährlichen Anwendungen unterscheiden können. Dazu müssen sie über 40.000 Dateien scannen und dürfen keinen Alarm geben. Trotz all dieser Aufgaben dürfen die Pakete die MacOS-Systeme jedoch nicht über Gebühr belasten. In jedem der drei Testbereiche Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit vergibt das Labor bis zu 6 Punkte. In der Schlussbewertung kann ein Produkt also bis zu 18 Punkte erhalten.
MacOS-Malware: Die Schutzwirkung der Lösungen
Jedes Endanwender-Paket und jede Unternehmens-Lösung wird im Test mir über 400 Exemplaren neuester Mac-OS-Malware konfrontiert und muss diese nicht nur erkennen, sondern auch abwehren. 8 der 10 untersuchten Pakete für Endanwender lösen die Aufgabe mit Bravour: Avast, AVG, Bitdefender, ESET, F-Secure, Intego, Kaspersky und Norton identifizieren die Angreifer zu je 100 Prozent und erhalten dafür 6 Punkte.
Nur zwei Endanwender-Pakete haben bei der Erkennung der Malware einige Probleme. So identifiziert das Paket von Trend Micro 98,5 Prozent der Angreifer und Avira nur 97,5 Prozent. Beide verlieren deshalb Punkte. Trend Micro erzielt 4,5 von 6 Punkten, Avira nur 3,5 Punkte.
Auch die beiden Unternehmenslösungen von Crowdstrike und Sophos gehen fehlerfrei durch die Erkennungsprüfung. Sie verdienen so 6 Punkte für ihren Punkte-Score. Trellix und Trend Micro haben leichte Probleme und identifizieren 99,3 bzw. 99,0 Prozent der Angreifer. Das gibt Punkteabzug. Trellix erhält 5,5 und Trend Micro 5,0 Punkte.
Geschwindigkeitstest für Schutzlösungen
Die Tester prüfen in der Untersuchung, wie stark die Schutzlösungen die MacOS-Systeme beeinträchtigen und sogar verlangsamen. Als Grundlage werden auf einem System ohne Schutzlösung einige Operationen ausgeführt und die dafür benötigte Zeit als Referenz notiert. Teil des Tests ist das Kopieren von Daten (lokal und ins Netzwerk), der Besuch hunderter Webseiten, zahlreiche Downloads sowie das Installieren und Starten populärer Anwendungen. Anschließend wiederholen die Tester alle Vorgänge mit aktivierten Schutzpaketen.
In diesem Testbereich vergibt das Testteam nur Bestnoten. Alle untersuchten 14 Produkte fallen im Geschwindigkeitstest nur positiv auf und erhalten so die vollen 6 Punkte.
Harmlose Datei oder doch eine Malware?
Eine Schutzlösung muss eine gefährliche Malware einwandfrei erkennen und eine harmlose Datei verschonen. Aber leider gibt es immer wieder Fehlalarme (false-positives) und ein ungefährliches Programm wird als Angreifer eingestuft. Auch diesen Aspekt prüfen die Tester: Sie kopieren über 40.000 Dateien auf jedes Testsystem und registrieren, was die Schutzkomponenten melden. Zusätzlich installieren die Experten knapp 200 harmlose Anwendungen und führen sie aus. Auch in diesem Test dürfen die Schutztools keinen Alarm ausgeben.
Das Ergebnis ist für alle 14 Schutzlösungen perfekt: Die Produkte verursachen keinerlei Fehlalarme. Somit verdienen alle Pakete die vollen 6 Punkte.

Avast Security
Das MacOS-Schutzpaket von Avast zeigt im Test eine fehlerfreie Leistung und erhält dafür die maximalen 18 Punkte

Intego One
Das Paket Intego One für MacOS-Systeme meistert alle Testabschnitte fehlerfrei und verdient sich so dreimal 6 Punkte – der Bestwert

ESET Security Ultimate
Im ersten Quartalstest bestätigt das Security-Paket von ESET seine starke Schutzleistung und erreicht die vollen 18 Punkte

Norton 360
Das Norton-Schutzpaket identifiziert im Test sämtliche Malware fehlerfrei und erntet dafür die höchste Punktzahl von 18
Sondertest: Werden auch Windows-Malware und PUA erkannt?
Die Prüfer führen mit allen MacOS-Schutzpaketen einen zusätzlichen Test aus, der allerdings nicht bewertet wird. Es wird untersucht, ob die Pakete neben MacOS-Malware auch Windows-Malware und sogenannte PUA (potenziell unerwünschte Anwendungen) erkennen. Der Test soll zeigen, ob Windows-Schädlinge auf einem Mac gefunden werden, bevor sie in einem gemischten Netzwerk einen Windows-PC infizieren könnten.
Weiterhin wird geprüft, ob die Programme auch lästige PUA-Anwendungen erkennen. Diese sind zwar nicht gefährlich, nerven aber viele Anwender.
Von den MacOS-Schutzpaketen für private Anwender erkennen Avast, AVG, Avira, Bitdefender, ESET, Kaspersky und Norton Windows-Schädlinge samt PUA zu über 99 Prozent; F-Secure liegt bei über 95 Prozent. Trend Micro und Intego landen zum Teil unter diesen Marken.
Bei den Unternehmenslösungen kennen Sophos und Trellix über 95 Prozent der Windows-Malware. Alle anderen Werte liegen darunter. Crowdstrike meldet nur Mac-Malware.
Fazit: Viel guter Schutz für MacOS im Quartalstest 01/2026
Im ersten Test des Jahres 2026 zeigen die meisten Schutzlösungen sehr gute Leistungen. Bei den Paketen für private Anwender erreichen gleich 8 von 10 Kandidaten die Höchstwertung mit 18 Punkten: Avast, AVG, Bitdefender, ESET, F-Secure, Intego, Kaspersky und Norton. Trend Micro und Avira folgen mit akzeptablen 16,5 bzw. 15,5 Punkten im Score.
Bei den Unternehmenslösungen geht es im Endergebnis noch enger zu: Crowdstrike und Sophos zeigen den Bestwert von je 18 Punkten. Trellix folgt knapp dahinter mit 17,5 und Trend Micro mit 17 Punkten.
Man muss allerdings betonen, dass die fehlenden Punkte immer im Bereich der Malware-Erkennung verloren wurden. Hier müssen die Hersteller nachbessern.




