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26. Mai 2026 | Kinderschutz, Sonstiges
Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni: Digitale Medienkompetenz statt Social-Media-Verbote
Viele Eltern müssen in Sachen Medienkompetenz meist kapitulieren, da sie sich mit sozialen Medien, Computern, Smartphones oder Software nicht immer gut auskennen. Nur zu oft hat der junge Nachwuchs die digitale Kompetenz in der Familie. Und diesen Kindern möchten Sie etwas verbieten, was Sie selbst nicht verstehen oder kontrollieren können? Es gibt bessere Wege! Experten, die Medienkompetenz vermitteln und Ratschläge geben, Hilfe im Internet und die Zusammenarbeit mit Ihren Kindern anstatt Verbote.
Kaum hatte Australien das Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt, votierten auch in vielen anderen Ländern Eltern, Verantwortliche und Verbände für noch weitergehende Verbote. Die Aussagen haben in den Medien viel Platz bekommen – die Antworten der jungen Menschen zum Thema waren meist nur als Randnotiz zu finden.
Aber es gibt sie, die Wünsche der Jugendlichen, wie man mit dem Thema umgehen soll: Sie möchten mehr digitale Medienkompetenz in Schulen, als besonderes externes Kursangebot, oder auch ältere Schüler als Tutoren für Jüngere. Weiterhin ist zu hören, dass sogar mehr Regulierung gewünscht ist: gegen Hass-Postings, für schnellere Eingriffe gegen geteilte Gewalt oder für transparentere Algorithmen. Aber das muss alles die Gesellschaft erledigen und das dauert. „Es gibt schneller umsetzbare Tipps für Sie und Ihre Kinder!“, so Erik Heyland, Head of Testing Labs bei AV-TEST.
Diese Mindestalter verlangen Messenger-Dienste und Soziale Netzwerke
Wer sich die Zeit nimmt, die Geschäftsbedingungen der Anbieter von Messengern und Sozialen Plattformen zu lesen, wird nicht schlecht staunen: Innerhalb der EU ist das verlangte Mindestalter bei WhatsApp, Telegram oder Discord 16 Jahre! In anderen Ländern und Regionen mindestens 13 Jahre. Weitere Netzwerke, wie etwa Instagram, Facebook, Snapchat oder TikTok setzen ein Mindestalter von 13 Jahren voraus – YouTube gibt 16 Jahre vor, wenn kein Kids-Zugang genutzt wird.
7 Tipps zum sicheren Social-Media-Umgang statt Verbote
Tipp 1: Selbst Erwachsene machen oft den Fehler, dass sie ihre wahre Identität nutzen und so leicht aufzuspüren sind. Kinder sollten auf den Social-Media-Plattformen unbedingt einen Fantasienamen nutzen. Setzen Sie als E-Mail-Adresse zum Beispiel eine auswechselbare Google Mail-Adresse ein, die meist bereits mit dem Android Smartphone-Account verbunden ist. Das geht auch unter iOS. Und: Achten Sie darauf, dass alle Social-Media-Profile immer auf privat stehen und nicht auf öffentlich – sonst kann Sie jeder sehen und interagieren.
Tipp 2: Viele Kinder wollen auch am mobilen Gerät spielen und In-Game-Käufe tätigen. Daher fragen sie oft nach einer Kreditkarte zum Hinterlegen. Das kann teuer werden! Wird etwa der Spiele-Account gehackt, wird gerne noch kräftig per Kreditkarte eingekauft. Nutzen Sie besser Guthabenkarten, die Sie dem Account zuordnen. Die Karten können Sie online als Digitalversion oder in vielen Läden kaufen.
Tipp 3: Wenn Ihr Kind unbedingt Videos oder Social-Inhalte sehen will und Sie das kaum sinnvoll verhindern können, dann nutzen Sie die Kids-Funktionen. So gibt es bei YouTube etwa die App YouTube Kids, die Inhalte automatisch filtert. Muss es Facebook sein, dann hilft die App Messenger Kids weiter von Meta. Alle Kontakte werden von den Eltern autorisiert – fremde Personen können das Kind nicht direkt kontaktieren.
Auch viele Streaming-Portale bieten vorkonfigurierte Profile für Kinder, dazu gehören Netflix, Disney+ oder Amazon Prime. Den Hauptkanal schützen Sie einfach durch eine PIN.
Tipp 4: Bieten Sie Ihrem Kind eine Schutz-Software an für Android, Windows oder MacOS. Alle Geräte verfügen zwar über einen guten Grundschutz, aber meist nicht mehr. Von Experten geprüfte Security-Apps für mobile Android Geräte haben sehr gute Zusatzfunktionen, wie VPN, Betrugsscanner für Links oder einen Identitätsschutz. Apps mit Kinderschutzfunktionen sollten Sie nur bei kleinen Kindern deutlich unter 12 Jahren einsetzen – Ältere umgehen die Apps und fürchten meist Überwachung.
Auch zuverlässige Schutzpakete für PCs mit Windows oder für Systeme mit MacOS bieten viele Zusatzfunktionen an. Achten Sie auf unlimitiertes VPN – Kinder und Jugendliche schätzen diese Funktion. Bei den Total- oder Premium-Versionen sind meist Lizenzen für viele Geräte mit dabei, diese gelten neben dem PC auch für Smartphones oder Tablets.
Tipp 5: Nutzen Sie Ruhepläne zum Beispiel für Instagram oder TikTok, damit niemand zu den falschen Uhrzeiten stört. Falls ein Social Service das nicht anbietet, dann lassen sich am Smartphone in Android oder iOS die Funktionen „Nicht stören“ oder „Fokus“ nutzen, um Ihre Ruhephasen zu gestalten. Dann stört niemand in der Nacht.
Tipp 6: Muss das Smartphone in der Nacht im Kinderzimmer sein? Machen Sie mit Ihrem Kind einen Deal und lassen Sie das mobile Gerät im Wohnzimmer liegen und laden. Ansonsten ist Ihr Nachwuchs immer erreichbar – auch durch Chat-Kontakte, die Sie vielleicht nicht kennen und Ihr Kind im Chat täuschen, indem sie sich als gleichaltrig ausgeben (Thema Cyber-Grooming).
Tipp 7: Vertrauen Sie Ihren Kindern, dann vertrauen sie auch Ihnen. Wenn Sie die Kontrolle zu streng handhaben, sind Sie schnell von allen Informationen abgeschnitten. Manchen Kindern, Jugendlichen und Eltern hilft es vielleicht die realen Gefahren zu „sehen“. Sichtbar werden diese auf AV-ATLAS, einer frei zugänglichen Plattform von AV-TEST, die Bedrohungen in Echtzeit zeigt. Um die Zahlen zu verstehen, muss man kein Profi sein. Dort finden sich Daten der letzten 14 Tage im Überblick: etwa Titel von gefährlichen Phishing-E-Mails oder dass es bereits 1,5 Milliarden digitale Schädlinge gibt – und jeden Tag hunderttausende neue Bedrohungen hinzukommen.
