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Win XP, 7 & 8.1: Internet-Security-Suiten für 6 Monate im Dauertest

Die Laborexperten von AV-TEST haben von September 2013 bis Februar 2014 in vielen aufwendigen Tests 24 Internet-Security-Suiten getestet. Der Dauertest der Schutzpakete zeigt schnell, welche Pakete auch im Teststress immer bei der Sache sind – und welche nicht.

Gesamtergebnis Dauertest Security-Suiten: Mit einer guten Leistung erarbeiteten sich die Pakete von Kaspersky Lab und Bitdefender mit etwas Abstand die ersten beiden Ränge. Mit 17,8 Punkten erreichte die Schutz-Suite von Kaspersky Lab fast die Maximal-Marke von 18 Punkten. (Dauertest Security-Suiten für Windows von September 2013 bis Februar 2014)

Erkennung beim Dauertest Security-Suiten: Die Erkennungsraten zeigen, wie gut die Schutz-Pakete bekannte und noch unbekannte Schädlinge (Real-World-Test) erkennen. Insgesamt zeigten sechs Pakete, dass sie ihr Handwerk beherrschen: alles wurde zu 100 Prozent erkannt. Im Vergleich schützt der Grundschutz von Microsoft nur gering. (Dauertest Security-Suiten für Windows von September 2013 bis Februar 2014)

Kaspersky: Die Internet-Security-Suite zeigte über 6 Monate hinweg die beste Leistung und erarbeitete sich 17,8 von 18 möglichen Punkten (Dauertest Security-Suiten für Windows von September 2013 bis Februar 2014).

Bitdefender: Der Spitzenreiter des letzten Dauertests musste den ersten Platz zwar räumen, aber mit 17,5 von 18 möglichen Punkten zeigte die Suite wieder ein Top-Ergebnis (Dauertest Security-Suiten für Windows von September 2013 bis Februar 2014).

Der Aufwand ist zwar hoch, aber dafür ist das Ergebnis des Dauertests auch weltweit exklusiv: 24 Internet-Security-Suiten mussten innerhalb von 6 Monaten sechs Testrunden über sich ergehen lassen. Drei weitere Suiten wurden zwar mitgetestet, da sie aber jeweils nur zwei Testmonate aufweisen können, wurden sie im Gesamtergebnis gesondert erfasst.

Jeder Einzeltest kann nur eine Momentaufnahme eines Schutzpakets abbilden. Bei einem Test über 6 Monate hinweg sieht das anders aus: so zeigten sich Aufs und Abs bei einigen Produkten. Gleichzeitig ist aber auch klar zu erkennen, welche Schutzlösung beständig auf höchstem Niveau arbeitet.

Wer schützt Windows am besten?

Die Tests aller Schutzpakete liefen jeweils zwei Monate lang unter einem XP-, einem Win-7- und einem Windows-8.1-Betriebssystem. Zum Vergleich wurde jeweils der Grundschutz von Windows als Basiswert mitgetestet. Je nach System waren das der Windows Defender oder die Security Essentials in Kombination mit der Windows Firewall.

Die Tabelle zeigt zwar, dass der Grundschutz von Windows besser ist als nichts. Aber unter dem Strich ist der Einsatz einer externen Schutzlösung Pflicht. In Zahlen bedeutet das: Von den maximal erreichbaren 18 Punkten erarbeitete sich Internet-Security von Kaspersky Lab insgesamt 17,8 Punkte; Das ist Rang 1. Der Grundschutz von Windows kann im Vergleich dazu nur 10,3 Punkte bzw. Rang 17 erreichen.

Interessant ist auch der Vergleich zwischen Kauf- und Gratisprodukten: Während die ersten 5 Ränge nur Kaufprodukte belegen, folgt auf einem geteilten sechsten Platz das kostenlose Schutzpaket von Panda Security. Die kostenpflichtige Internet Security von Avira landete zwar auf Rang 3, aber das Ergebnis des Kaufprodukts lässt sich nicht einfach auf die kostenlose Variante von Avira übertragen.

Die Testkandidaten

Mit im Test waren 27 Schutz-Pakete von AhnLab, Avast, AVG (Kauf- und Gratisversion), Avira (Kaufversion), Baidu, Bitdefender, BullGuard, Check Point, Comodo, ESET, F-Secure, G Data, K7 Computing, Kaspersky Lab, Kingsoft, McAfee, Microworld, Norman, Panda Security, PCKeeper, Qihoo, Symantec, Tencent, ThreatTrack und Trend Micro.

Die Produkte von Baidu, Check Point und PCKeeper nahmen nur in zwei von 6 Testmonaten teil und werden daher in der Tabelle gesondert aufgelistet. Die Ergebnisse der restlichen 24 Pakete inklusive der Vergleichswerte von Microsoft stehen in der Tabelle als Gesamtergebnis.

Testhürden und Dauerläufer

Die Tester von AV-TEST haben jeweils maximal 6 Punkte für die Testhürden Schutzwirkung, Systembelastung und Benutzbarkeit vergeben. Damit lagen die im Dauertest maximal erreichbaren Punkte bei 18.

Die mit wichtigste Kategorie im Test ist die Schutzwirkung. Das Ergebnis setzt sich aus den Erkennungsraten aus dem Real-World-Test und dem Referenzset zusammen. Während der Test mit dem Referenzset die Pflicht ist, ist der Real-World-Test die Kür: Dabei mussten etwa 400 brandneue, noch unbekannte Schädlinge, so genannte 0-Day-Malware, erkannt werden. Dazu werden ganz frisch verseuchte Webseiten angesteuert oder gefährliche E-Mail-Anhänge ausgeführt.

Beim Test mit dem Referenzset galt es knapp 60.000 bereits bekannte und weit verbreitete Schädlinge fehlerfrei zu erkennen. Eine Aufgabe, die eigentlich alle Lösungen zu 100 Prozent beherrschen sollten.

Streu und Weizen bei der Schädlings-Erkennung

Die fehlerfreie Erkennung von knapp 400 noch unbekannten Schädlingen schafften nur die Suiten von Bitdefender, F-Secure, Kaspersky Lab, G Data, Trend Micro und Comodo.

Mit einzelnen Fehlerkennungen und damit nur 99 Prozent folgen die Pakete von Avira, Microworld und Panda Security.

Diese neun Schutzpakete erledigten auch die Erkennung des Referenz-Sets immer zu 100 Prozent.

Beim Grundschutz von Microsoft rutschte mit nur 74 Prozent Erkennung jeder vierte noch unbekannte Schädling ins System. Beim Referenz-Set mit bekannter Malware waren es niedrige 90 Prozent Erkennung.

Die Scanraten mit jeweils 100 Prozent schafften nur die Kaufprodukte. Den besten Job mit seinem Gratispaket erledigte an dieser Stelle Panda Security.

Systemlast ist weiterhin ein Problem

Das beste Schutzpaket nützt einem Anwender wenig, wenn es im Alltag das Windows-System massiv ausbremst. Eigentlich sollten die Hersteller die Systemlast ihrer Programme im Griff haben. Aber auch in dieser Testkategorie gibt es gravierende Unterschiede. Gerade beim Kopieren von Daten oder beim Installieren und Starten von Anwendungen halten die Schutz-Pakete das System oft auf.

Die beste Suite im Dauertest kommt von Kaspersky Lab. Obwohl das Schutz-Paket in der Erkennung wie andere Lösungen die besten Werte bringt, bleibt die Systemlast sehr gering. Kaspersky Lab hat auch hier mit 5,8 von 6 möglichen Punkten den Bestwert. Knapp dahinter folgt Bitdefender mit 5,5 Punkten.

Unter den Suiten mit der höchsten Erkennung benötigt zum Beispiel Trend Micro wesentlich mehr Ressourcen als andere Pakete und bekommt daher nur 4 von 6 Punkten. Ähnlich stark bremst der Grundschutz von Windows. Die am stärksten bremsenden Produkte erreichen sogar nur 2 bis 3 Punkte.

Hohes Maß an Benutzbarkeit

Der Testpunkt der Benutzbarkeit dient vielen Systembeschützern als gute Punktequelle für die Gesamtpunktzahl. Lediglich 3 von 24 Suiten schafften nur 4,2 bzw. 4,3 Punkte. Alle anderen Pakete ernten hier zwischen 5 und 6 Punkten.

Somit steht fest, dass die meisten Suiten die über 860.000 guten Programme auch als solche erkennen und die Anwender nicht mit Fehlalarmen nerven. Es wurden auch selten die falschen Webseiten geblockt oder Anwendungen am Start gehindert.

Der Grundschutz von Microsoft erreichte hier zwar ebenfalls 6 Punkte, allerdings gab es für die Schutzwirkung, also die Schädlingserkennung, glatte 0 Punkte.

Fazit: Gute Schutzpakete für Windows

In den Vergleich der Produkte fließen nur jene Schutzpakete ein, die auch alle 6 Testmonate von September 2013 bis Februar 2014 bestritten haben. Ganz vorne in der Gesamtbewertung liegen die Suiten von Kaspersky Lab und Bitdefender mit 17,8 bzw. 17,5 von 18 möglichen Punkten.

Die Kaufversion Avira konnte sich mit 16,3 Punkten auf Rang 3 noch vor G Data mit 16,2 Punkten positionieren, allerdings bietet G Data eine wesentlich bessere Erkennungsrate.

Trend Micro und F-Secure zeigten zwar eine starke Schutzleistung mit glatten 6 Punkten, allerdings belasten beide bei der täglichen Arbeit die Windows-Systeme recht stark.

Der Grundschutz von Microsoft mit dem Windows Defender bzw. den Security Essentials in Zusammenarbeit mit der Windows Firewall ist eine unsichere Sache. Das Ergebnis im Bereich der Schutzwirkung ist einfach zu schlecht.

22 der 24 Pakete bekamen für ihre Leistung von AV-TEST das Zertifikat für getestete Sicherheit. Das Produkt von AhnLab hingegen verdiente sich wegen zu schwacher Schutzleistung kein Zertifikat. Die Microsoft-Werte dienen nur zum Vergleich und nahmen daher nicht am Zertifikatstest teil.

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