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32 Schutz-Apps für Android im Test

Die Medien berichten ständig über Hacker-Attacken auf Smartphones und Tablets mit Hilfe verseuchter Android-Apps. Immer werden abschließend Schutz-Apps für mehr Sicherheit empfohlen. Aber welche sind gut? AV-TEST hat aktuell 32 Security-Apps auf ihre Schutzwirkung, Benutzbarkeit und ihre Akkulast überprüft.

32 Android-Apps im Test: Gleich 13 Apps teilen sich mit 13 Punkten den ersten Rang (AV-TEST Sept./Okt. 2014).

Android-Apps: Fast die Hälfte der getesteten Schutz-Apps erkennen im Test die Angreifer zu 100 % (AV-TEST Sept./Okt. 2014).

ESET: Die gut schützende App kostet zwar eine Jahresgebühr, bringt dafür aber viele Premiumfunktionen mit.

BullGuard: Der Testneuling zeigte eine fehlerfreie Leistung und damit gleich ein Top-Ergebnis.

Fernseh- und Internet-Magazine führen gerne vor, wie einfach der Angriff auf ein ungeschütztes Mobilgerät ist. In den Beiträgen wird gezeigt, wieviel Schaden bereits eine einzelne verseuchte Android-App anrichten kann: schnell sind teure Premium-SMS verschickt, über das Gerät Online-Einkäufe getätigt und umgeleitet oder Bankbuchungen auf fremde Konten gelenkt. Der Besitzer des mobilen Geräts bekommt von dem Ganzen meist zuerst nichts mit. Zusätzlich sind die Smartphones und Tablets fast immer eingeschaltet und für Kriminelle somit 24 Stunden verfügbar. Eine gute Schutz-App kann alle diese Übergriffe verhindern.

32 Apps im Test – 13 mit Bestnote

Die Laborexperten von AV-TEST vergeben im Test höchstens 13 Punkte an eine App. Diese Maximalpunktzahl setzt sich zusammen aus bis zu 6 Punkten für die Schutzwirkung, bis zu 6 Punkten für die Benutzbarkeit und maximal einem Punkt für die Ausstattung.

Gleich 13 Apps haben sich mit je 13 Punkten an die Spitze der Tabelle gesetzt. Sie kommen von Antiy, Bitdefender, BullGuard, Cheetah Mobile (3 Produkte), ESET, PSafe, Qihoo, Sophos, Tencent, Trend Micro und Trustlook. Die meisten Apps sind komplett kostenlos zu nutzen. Einige wenige Apps bieten – nach einer kostenlosen Testphase – besondere Premiumfunktionen nur noch gegen Aufpreis. Die Schutzfunktion wird aber auch nach einer Testphase nie abgeschaltet.

Testabschnitt Schutzfunktion

Im aktuellen Test mussten sich 32 Security-Apps für Android-Systeme gegen mehr als 2.200 ausgesuchte Angreifer im AV-TEST-Referenz-Set erwehren. Diese Gruppe stellt nur einen kleinen Teil der gesamten Angreiferschar unter Android dar. Allerdings sind es die gefährlichsten Apps, die innerhalb 4 Wochen vor Testbeginn gesammelt wurden.

Ausnahmslos alle Schädlinge wurden im Test sogar von 15 Apps erkannt und abgewehrt. Darunter sind neben den 13 Apps mit der Maximalpunktzahl auch noch die Systemwächter von Anguanjia und Symantec. Wer also nur auf die Schutzwirkung Wert legt, hat somit noch eine größere Auswahl bei den mobilen Beschützern.

Viel Schutz ohne Leistungseinbußen

Die Tester stellen positiv fest, dass ausnahmslos alle Apps einen wichtigen Fehler nicht mehr begehen: die mobilen Geräte unnötig zu belasten. In der Vergangenheit gab es immer wieder Apps, die Geräte in der Leistung bremsten, den Akku wortwörtlich leersaugten und zusätzlich das wertvolle Kontingent von Online-Traffic belasteten. Keine der Apps im Test muss sich hier einen Vorwurf machen lassen: die reinsten Musterknaben.

Aber die maximalen 6 Punkte für den Bereich Benutzbarkeit setzen sich zusammen aus der Bewertung der Leistung und aus der Häufigkeit von Fehlalarmen. Und in diesem zweiten Abschnitt hatten ein paar Apps Probleme im Test.

Gute App oder böse App?

Jede getestete Security-App musste fast 2.000 App-Installationen aus dem Google Play Store und 1.000 App-Installationen aus anderen Online-Quellen überwachen. Alle Programme waren ausnahmslos gut, also nicht verseucht. Gleich 24 Schutz-Apps meisterten diese Prüfung mit Bravour – 8 Apps lagen teilweise daneben. Allerdings stolperten 5 dieser 8 Wächter nur über ein einzelnes falsch erkanntes Programm. Die App von Symantec sortierte 4 saubere Apps aus. Die Produkte von AVG und G Data gleich 12 bzw. 13 gute Programme für Android.

Nur 12 oder 13 falsch erkannte Apps klingen nach nicht viel, denn es sind nur etwa 0,4 Prozent von 3.000 Apps. Allerdings gibt es alleine in Google Play aktuell etwa 1,2 Millionen Apps.

Viele Extras sind Ansichtssache

Viele der Schutzprogramme bringen unterschiedlichste Extras mit. Eine kleines Pflichtpaket sollten eigentlich die Anti-Diebstahl-Funktionen sein. Damit kann man ein gestohlenes oder verlorenes Gerät nicht nur via Webseite lokalisieren. Es lässt sich normalerweise auch aus der Ferne sperren oder löschen. Leider bieten das immer noch nicht alle Hersteller direkt an, obwohl das Android-System sie hier sogar tatkräftig mit vorhandenen Funktionen unterstützt. Die Systemwächter von Antiy, Baidu, DU Apps Studio, Cheetah Mobile (außer der CM-Security-Version) und Trustlook bieten im Gegensatz zu allen anderen keine Anti-Diebstahl-Funktionen.

Alle weiteren gebotenen Extras sind schön, aber bei weitem kein Muss. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Funktionen wie Anrufblocker, Nachrichten-Filter, Kindersicherung, Backup, System- oder Netzwerk-Monitore, Module für sicheres Surfen oder Verschlüsselung. Apps, die fast alles zuvor Genannte anbieten, kommen von G Data und Sophos.

Android ist einfach zu sichern

Die Anbieter machen es dem Benutzer leicht, sein Android-System zu sichern, selbst wenn er dafür kein Geld ausgeben will. Die wenigen Apps mit kostenpflichtiger Jahreslizenz bringen oft Premiumfunktionen mit, die eine Gratis-App normalerweise nicht bietet.

Gleich 13 Apps teilen sich den ersten Rang und unterscheiden sich fast nur durch ihre Extras. Einige davon sind auch kostenlos, wie die von Antiy, Cheetah Mobile, PSafe, Qihoo, Sophos, Tencent oder Trustlook.

Die ebenfalls guten Apps mit Jahresgebühr sind von Bitdefender, BullGuard, ESET und Trend Micro. Aber auch diese schützen nach einer kostenlosen Testphase weiterhin zuverlässig. Nur die Premiumfunktionen arbeiten dann nicht mehr.

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