Zum Inhalt springen

Microsoft gibt XP zum Abschuss frei

Am 8. April 2014 stellt Microsoft jeglichen Support für Windows XP ein – auch die wichtigen Sicherheits-Updates. Weitere Systemlücken werden dann nicht mehr geflickt und machen Windows XP ohne den Einsatz einer sehr guten Security-Lösung zum Sicherheitsrisiko.

Weltweit genutzte Windows-Versionen in Prozent: etwa 21 Prozent der PC-Nutzer setzen Windows XP ein und bekommen ab April 2014 keine Sicherheitsupdates mehr (Quelle: Statista.com).

Erkennungsraten von Schutzpaketen im Test unter Windows XP: Besonders die Erkennungsraten im Real-World-Test sind wichtig, da dies die Erkennung von brandneuen Angreifer wiederspiegelt (Testergebnis Sept./Okt. 2013 unter Windows XP).

So gut schützen Security-Suiten unter Windows: Das Top-Ergebnis von maximal 18 Punkten schaffte nur die Suite von Kaspersky Lab (Testergebnis Sept./Okt. 2013 unter Windows XP).

Microsoft verabschiedet den Kostenblock Windows-XP-Support und stößt damit viele treue Anwender vor den Kopf. Auf einer Hilfeseite zur Einstellung des Supports von XP gibt Microsoft seinen Nutzern nur den Ratschlag mit, dass es nun Zeit für den Umstieg auf Windows 8 sei (http://windows.microsoft.com/de-at/windows/end-support-help). Über 20 Prozent der weltweit genutzten PCs setzen laut Statista.com noch auf Windows XP – nur etwa 9 Prozent arbeiten mit Windows 8. Solche Tipps nennt man dann wohl Marketing.

Der Schutzwall bröckelt

Windows XP ist seit 12 Jahren am Markt und hat in dieser Zeit unzählige Updates erlebt. Allein von Januar bis Anfang Oktober 2013 hat Microsoft fast 80 Sicherheitsupdates für alle Versionen von Windows XP veröffentlicht! Mit der Zeit wird das System ohne diese Updates löchriger sein als ein Schweizer Käse. Denn sobald sie ausbleiben, werden Programmierer spezielle Exploits für die Schwachstellen anfertigen.

Wer dann lediglich auf die Schutzmechanismen von Microsoft vertraut, ist damit nicht gut beraten. Zwar bietet das System den Windows Defender und das kostenlose Security Essentials, aber das Duo schützt nicht zuverlässig. Das zumindest belegt auch der letzte Test aus dem Labor von AV-TEST, der im November 2013 veröffentlicht wurde (http://www.av-test.org/tests/privatanwender/windows-xp/sepokt-2013). Die Microsoft-Lösung  nahm zwar nur zu Vergleichszwecken am Test teil, aber 0 von maximal 6 Punkten im Bereich Schutzwirkung sprechen für sich.

Kostenloser Schutz läuft ab

Wer auf andere kostenlose Schutzpakete setzt, dem läuft die Zeit für kostenlose Updates ebenfalls davon. Denn große Anbieter, wie etwa Avira, haben bereits angekündigt, dass sie nach dem April 2014 nur noch maximal 12 Monate Updates liefern wollen. Dann ist auch damit Schluss.

Die Security Essentials unter XP bekommen gleich ab April 2014 keine Updates mehr.

Test von Schutzpaketen unter Windows XP

Im November 2013 hat AV-TEST den letzten Test von 24 Internet-Security-Suiten unter Windows XP veröffentlicht. Die Security Essentials von Microsoft wurden zum Vergleich mitgetestet. Keine kostenlose Version hat es in die Top 3 geschafft. Die bekannte Free-Lösung von Avast landete gar auf Rang acht. Das beste kostenlose Paket von AVG schaffte 15,5 von 18 möglichen Punkten.

Die ersten 3 Plätze belegten Lösungen von Kaspersky Lab, Bitdefender und Avira (kostenpflichtige Version). Das Schutzpaket von Kaspersky schaffte das Maximum von 6 Punkten in allen drei Teilbereichen und somit die höchste Gesamtpunktzahl von 18 Punkten. Bitdefender folgt mit 17 Punkten.

Die Schutzwirkung im Fokus

Das Gesamtergebnis des Tests setzt sich aus den Teilbereichen Schutzwirkung, Systembelastung und Bedienbarkeit zusammen. Wer nur auf mehr Sicherheit für Windows XP setzt, kann die Bereiche Systembelastung und Bedienbarkeit außer Acht lassen. So gesehen empfahlen sich im Test folgende Security-Lösungen mit der Maximalpunktzahl von 6 bei der Schutzwirkung: Bitdefender, Comodo, F-Secure, G Data, Kaspersky Lab und Trend Micro.

Aus dieser Sicht landet das erste kostenlose Schutzpaket von Panda Security auf Rang 8.

Viele XP-Rechner stehen in Büros

Viele der noch verwendeten XP-Rechner arbeiten zuverlässig in Büros. Ein schneller Umstieg auf ein anderes Windows-System wie 7 oder 8 scheitert oft an den Kosten für neu anzuschaffende Software-Lizenzen oder der Schulung der Mitarbeiter. Muss Windows XP bleiben, sollte man auch hier auf den maximal verfügbaren Schutz setzen.

Beim letzten Test von Client-Security-Software für Windows XP, welcher ebenfalls im November 2013 von AV-TEST veröffentlicht wurde, zeigte Kaspersky Lab mit seiner Lösung die beste Leistung. Die Schutzlösung überzeugte im Gesamtergebnis mit 17,5 von 18 möglichen Punkten. Die Produkte von Symantec und Trend Micro folgten knapp dahinter mit 16,5 Punkten (http://www.av-test.org/tests/unternehmen/windows-xp/sepokt-2013).
Schaut man auch hier nur auf die Schutzleistung, so zeigen die Lösungen von Kaspersky Lab und F-Secure die besten Werte.

Windows XP wird zum Risiko werden

Neben Microsoft selbst werden auch weitere Software-Anbieter die Updates für ihre XP-Produkte fallen lassen. Über kurz oder lang wird die ehemals verlässliche XP-Plattform durch ihre leichte Angreifbarkeit zum Risiko für private Nutzer oder Firmennetzwerke werden.

Auch die besten Security-Suiten werden auf die Dauer die Löcher nicht stopfen können, die Microsoft bisher mit etwa 100 Updates jährlich flickte. Daher sollten Sie aus Sicherheitsgründen einen Umstieg auf ein anderes System planen. Allerdings: die nächsten Termine für den Support-Ausstieg bei anderen Windows-Versionen hat Microsoft schon festgelegt: für Vista ist 2017 und für Windows 7 ist 2020 Schluss.

Beitrag teilen: