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Die besten Internet-Security-Suiten für Windows aus 6 Monaten Dauertest

Nach drei aufwendigen Tests und sechs Monaten Arbeit von Januar bis Juni 2013 haben es die Laborexperten von AV-TEST geschafft: Der erste Teil des Dauertests ist abgeschlossen und viele Testkandidaten zeigten eine sehr gute Leistung – aber nicht alle.

Erkennungsraten im Dauertest Security-Suiten für Windows von Januar bis Juni 2013: Besonders interessant sind die Raten des Real-World-Tests, da sie die Erkennung von brandneuer 0-Day-Malware aufzeigen. Bitdefender, F-Secure und Kaspersky Lab machen hier den besten Job. Das Referenz-Set ist mehr eine Pflichterkennung, da die Schädlinge dieses Sets bereits bis zu 4 Wochen alt sind. Gute Programme erkennen hier immer 100 Prozent.

Gesamtergebnis im Dauertest Security-Suiten für Windows von Januar bis Juni 2013: Mit 17,2 Punkten von 18 möglichen erreicht Bitdefender den ersten Rang in der Tabelle. Aber auch Kaspersky Lab und Symantec belegen ihr hohes Schutzpotential in diesem Dauertest.

Bitdefender: Die schwarze Oberfläche vermittelt optisch vielleicht nicht die höchste Sicherheit, aber die guten Testwerte des Dauertests stellen der Security-Suite ein Top-Zeugnis aus: Tabellenrang eins.

Kaspersky: Die Internet-Security-Suite schafft es auf den zweiten Rang, da die Systemlast des Schutz-Pakets etwas höher ist als die der anderen Pakete.

Symantec: Die Schutzlösung Norton zeigte über drei Tests hinweg eine kontinuierlich hohe Leistung und erarbeitete sich damit den dritten Rang nach Punkten.

Es sind eine Menge einzelner Testdaten, die nach drei Tests im Januar bis Juni 2013 auf dem Tisch liegen und das Gesamtergebnis dieses Dauertests von 28 Internet-Security-Suiten bilden. Insgesamt waren 24 Suiten an allen drei Tests beteiligt. Jeweils zwei Pakete absolvierten zwei Tests bzw. nur einen Test. In den Tabellen ist dies entsprechend vermerkt.

Können Schutzpakete den Grundschutz von Windows erhöhen?

Die Tests wurden je einmal unter Windows XP, 7 und 8 ausgeführt. Mit im Testfeld sind die internen Schutzlösungen von Microsoft: der Windows Defender beim Test unter Windows 8 bzw. die Security Essentials bei den Tests unter Windows XP und 7. Defender und Security Essentials wurden jeweils in der Zusammenarbeit mit der Windows Firewall getestet. Die Ergebnisse dienen als Basiswert für die übrigen Pakete im Test. Liegen deren Werte höher, dann rentiert sich der Einsatz einer externen Internet-Security-Suite. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Nach drei Tests liegen im Gesamtergebnis alle getesteten Suiten außer einer über dem Basiswert der Microsoft-Lösung.

Bekannte Namen in den Top Ten

Insgesamt sind Entwicklung und durchschnittliche Leistung der Schutzpakete auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Die Schutzwirkung in Form von durchschnittlichen Erkennungsraten liegt im Testergebnis zwischen 93 und 98 Prozent. Diese Werte werden von bekannten Namen wie Bitdefender, F-Secure und Kaspersky Lab überflügelt. Sie zeigen nach drei Tests in beiden Bereichen 100 Prozent. Die Pakete von G Data und Symantec liegen ganz knapp darunter.

Die vom Windows-Basis-Schutz erreichten Werte bleiben mit 79 und 97 Prozent unter dem Durchschnittswert aller Testkandidaten.

Hohe Werte im Gesamtergebnis

In den Bereichen Schutzwirkung, Systembelastung und Benutzbarkeit konnten die Kandidaten jeweils sechs Punkte, also insgesamt 18 Punkte erreichen. Das Paket von Bitdefender führt mit 17,2 Punkten die Tabelle an. Danach folgen die Schutz-Suiten von Kaspersky Lab und Symantec mit 16,0 bzw. 15,5 Punkten.

Den vierten Rang teilen sich F-Secure, G Data und die Suite von Avast als erstes kostenloses Schutzpaket im Feld. Rein nach der Schutzwirkung liegt Avast aber auf Rang 8.

So wurde die Schutzwirkung gemessen

Die erste große Hürde für alle Pakete waren die Messungen für die Schutzwirkung. Dazu mussten alle Pakete zwei Erkennungstests bestehen. Zuerst den Real-World-Test mit etwa 400 brandneuen Schädlingen, so genannter 0-Day-Malware.

Beim aufwendigen Real-World-Test mussten die Schutzpakete die neuesten Schädlinge abwehren von Webseiten, aus E-Mails, aus Downloads oder Drive-by-Downloads. Ganz so, wie das beim täglichen Gebrauch von Mail und Internet der Fall sein kann.

Im zweiten Abschnitt, dem AV-TEST-Referenz-Set-Test, mussten die Pakete zirka 60.000 in den letzten vier Wochen vor Testbeginn gesammelte Schädlinge erkennen und beseitigen.

Hoher Aufwand für genauere Ergebnisse

Im Test mit dem AV-TEST-Referenz-Set wurden die Dateien nicht einfach nur gescannt und dann die Erkennung notiert. Schließlich haben die meisten Schutzpakete neben der klassischen Erkennung weitere wichtige Werkzeuge, um Schädlinge zu identifizieren.

Ein Beispiel: Eine Schutz-Software wird mit 20.000 verseuchten Dateien konfrontiert. Im ersten Scan registriert die Software 17.000 schädliche Dateien. Die 3.000 nicht erkannten Dateien werden nun im Labor einzeln auf den PC kopiert und ausgeführt. Damit erhalten die Schutzpakete noch einen Versuch (On-Demand-Scanner), beim Ausführen der Datei kann ein weiterer Scanner zuschlagen (On-Access-Scanner) und schließlich kann noch die verhaltensbasierte Erkennung reagieren. Erst nachdem alle Sicherheitsmechanismen einer Schutzlösung ausgereizt wurden, wird ein nicht erkannter Schädling als solcher registriert.

Erkennungstest mit 45 PCs, die rund um die Uhr arbeiten

Der Aufwand allein für diesen Test ist so enorm und im Vergleich zu anderen Testlabors einzigartig, dass AV-TEST dafür eigens 45 PCs rund um die Uhr beschäftigt. Schließlich muss nach jeder einzelnen Verseuchung die Testplattform mit Windows neu aufgespielt werden.

Die Pakete mussten den Real-World-Test und den Test mit dem AV-TEST-Referenz-Set einmal pro Monat absolvieren. Der Dauertest belegt also die Scanleistung von sechs aufeinander folgenden Tests!

Hohe Sicherheit auf Kosten der Systemgeschwindigkeit

Das schlimmste für einen Nutzer ist eine Sicherheitssoftware, die Windows im Betrieb lahmlegt oder zumindest stark bremst. So wurde im Labor gemessen, wie lang die Ladezeiten von Webseiten und Downloads sind, wie lang die Installation oder Ausführung von Programmen dauert und wie viel Zeit das Kopieren von Daten benötigt. Für den Vergleich wurden diese Aufgaben einmal mit und einmal ohne Sicherheitslösung gemessen.

Die besten Programme aus dem Bereich der Schutzwirkung erarbeiteten sich in diesem Testbereich der Systembelastung zwar ebenfalls eine gute Punktzahl, aber nie das Maximum von sechs Punkten. Der Testabschnitt belegt: hohe Sicherheit kostet eine gewisse Menge Systemleistung. Im Schnitt schafften die Top Ten nur 4 von maximal 6,0 Punkten. Lediglich das führende Paket von Bitdefender ist genügsamer und erreicht durchschnittlich 5,2 von 6,0 Punkten.

Benutzbarkeit im Alltagstest

Wie verhalten sich die Schutzpakete im Alltag? Werden sichere Webseiten plötzlich geblockt oder wird normale Software fälschlich als Schädling erkannt und blockiert? Um dies festzustellen, wurden mit jedem Schutzpaket im Hintergrund 500 Webseiten besucht. Außerdem sollten die Pakete über 600.000 gute Dateien fehlerfrei erkennen.

Zusätzlich mussten alle Security-Suiten beweisen, dass sie weder das Ausführen von Standard-Programmen noch deren Aktionen verzögern oder gar blockieren.

25 von 28 Suiten verdienten sich im Testbereich Benutzbarkeit 5 bis 6 Punkte von 6,0 möglichen. Auch die Lösung von Microsoft schnitt hier mit 6,0 Punkten im Vergleich zu allen anderen Produkten sehr gut ab. Diesen Spitzenwert schafften ansonsten nur noch die Pakete von Bitdefender, Symantec, Avast, AVG (Kaufversion) und Check Point.

Fazit: Windows lässt sich gut schützen

Im Fazit werden nur die Schutz-Suiten besprochen, die alle drei Tests von Januar bis Juni bestritten haben. Suiten mit zwei oder weniger Tests lassen sich nicht mit den anderen Produkten vergleichen.

Der Dauertest entlarvt schnell einen einmaligen Höhenflug eines Schutzpakets. Im Testbereich der Schutzwirkung zeigt der Real-World-Test die Stärke der Suiten bei noch brandneuen Schädlingen. Hier machen die Suiten von Bitdefender, F-Secure und Kaspersky mit 100 Prozent Erkennung den besten Job. Die besten kostenlosen Programme kommen von Avast und AVG und belegen nur Rang 8 und 12. Der Windows-interne Defender legte die Messlatte mit nur 79 Prozent sehr tief.

Eine ähnliche Rangfolge zeigt sich auch im Gesamtergebnis. Während Bitdefender, Kaspersky Lab und Symantec das Feld anführen, teilen sich die Schutzpakete von Avast, F-Secure und G Data den vierten Rang.

Allein diese sieben Produkte liegen im Testergebnis jeweils fast 5 Punkte über dem Gesamtwert des Microsoft Defenders bzw. der Security Essentials samt Firewall. Damit ist belegt, dass die externen Sicherheitslösungen den Systemschutz massiv erhöhen können.

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